Narrative Gesprächsgruppen® in Schulen & Kommunen Sachsens

Unser dialogpädagogisches Format der „Narrativen Gesprächsgruppen in Schulen und deren Kommunen“ führen wir seit vielen Jahren in unterschiedlichen Bundesländern erfolgreich durch. Mit Your Space Sachsen bringen wir diesen Ansatz nun – gefördert durch das Landesprogramm Weltoffenes Sachsen – von Juni 2026 bis Dezember 2028 in sächsischen Schulen und deren kommunalen Umfeldern ein. Ziel ist es, an ausgewählten Standorten in den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen ein tragfähiges Verfahren einzurichten, das demokratische Gesprächs- und Handlungskompetenzen langfristig stärkt und allen Formen von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Demokratiegefährdung vorbeugt.

Der Aufbau lokaler Strukturen und fachlicher Netzwerke vor Ort ist dabei ein zentraler Schritt auf dem Weg zu Transfer und Verstetigung. Nur so kann ein intensivpädagogischer Ansatz wie die Narrativen Gesprächsgruppen organisch in die örtlichen Regelstrukturen von Schule, Bildung und Erziehung hineinwachsen und über die Projektlaufzeit hinaus bleibende Wirkung entfalten.

Lokale Anbindung an Schule und Kommune

Your Space Sachsen versteht Schule nicht isoliert, sondern als Teil ihres Sozialraums. Deshalb sollen über die dreijährige Laufzeit vier bis sechs Schulen und ihre kommunalen Umfelder angesprochen und eingebunden werden. Die Beziehung der jeweiligen Schule zu ihrer Kommune und zur umgebenden Zivilgesellschaft wird vertieft – denn von dort kommen wichtige Kontaktpersonen und Ressourcen, etwa aus der Jugend- und Familienhilfe oder den psychosozialen Diensten, die im Einzelfall wirksam unterstützen können.

Cultures Interactive übernimmt den Aufbau und die Koordination dieses kommunalen Netzwerks sowie die fachliche Begleitung der Gesprächsgruppen vor Ort. Das Zusammenwirken mit bestehenden Strukturen, wie den Partnerschaften für Demokratie (PfD) und dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (SoR/SmC), verankert die Arbeit zusätzlich im Gemeinwesen. Gleichzeitig wird die Verbindung zum Fachunterricht und zur kommunalen Jugendhilfe hergestellt, sodass sich ein nachhaltiges und anschlussfähiges Verfahren entwickeln kann.

Gesprächsfähigkeit stärken, Konflikte bearbeiten

Die Gesprächsgruppen richten sich an Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren mit besonderen Bedarfen der demokratischen Persönlichkeitsentwicklung. Pro Jahr finden an zwei Schulen jeweils mit zwei Schulklassen Gesprächsgruppen über einen Zeitraum von zehn bis zwölf Wochen statt – getragen von einem Team aus vier Gesprächsleiter*innen, einer Begleitperson für den „Pause-Raum“ und einer schulischen Kontaktperson.

Die Gruppen fördern eine der wichtigsten persönlichen Grundfähigkeiten: miteinander sprechen zu können. In einer lebendigen und zukunftsfähigen Demokratie ist es essenziell, dass Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen miteinander ins Gespräch gehen – über persönliche Anliegen genauso wie über gesellschaftliche Themen. Das ist anspruchsvoll, aber lohnenswert: Gespräche schaffen Verständnis und stärken den sozialen Zusammenhalt. Schulen verfügen hierbei über ein großes, bislang noch nicht ausgeschöpftes Potenzial für Demokratiebildung, Konfliktbearbeitung und Gesprächsbefähigung.

Fachkräfte stärken, Umfeld einbeziehen

Schulen leiden oftmals an großer Überlastung und benötigen zusätzliche Unterstützung. Außerschulische Fachkräfte aus dem kommunalen Umfeld, die ausgebildet und begleitet werden, als lokales Team die vertraulichen Gruppengespräche in den Schulen umzusetzen, können diese Unterstützung und Bereicherung der schulischen Arbeit erbringen. Ergänzend werden Lehrkräfte und Schulsozialarbeit in Fortbildungen zu Erstreaktions- und Dialogkompetenz gestärkt, damit sie in herausfordernden Gesprächssituationen souverän und demokratiefördernd reagieren können.

So entsteht über die drei Projektjahre ein wachsendes Netz aus qualifizierten Fachkräften: rund 100 Schüler*innen erreichen die Gesprächsgruppen bereits im ersten Jahr, ergänzt durch jährliche Fortbildungen für Lehrkräfte sowie für engagierte Menschen aus den Kommunen. Über aufsuchende Sekundärprävention und Advocacy in der sächsischen Bildungspolitik wirkt das Projekt zugleich auf die Rahmenbedingungen ein, unter denen demokratische Gesprächskultur an Schulen gedeihen kann.

Weiteres zum Ansatz der Narrativen Gesprächsgruppen in Schulen und deren Kommunen

Projektinformationen

Projektlaufzeit
Juni 2026 bis Dezember 2028

Koordinationsteam

Oliver Müller

mueller@cultures-interactive.de

Niklas Vögeding

nvoegeding@cultures-interactive

Qualitätssicherung und fachliche Entwicklung
Dr. Harald Weilnböck
weilnboeck@cultures-interactive.de

Förderung