Fachtagung "Demokratie & Diskurs" Braunschweig
Am 28.04.2026 findet die Fachtagung „Demokratie und Diskurs“ der Jugendförderung Braunschweig in Zusammenarbeit mit dem Bündnis Bunte Jugendarbeit statt.
Keine extreme Strömung gefährdet unseren Frieden und unsere Demokratie so sehr wie der Rechtsextremismus. Dabei werden auch immer wieder Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit ins Visier genommen.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen sich zunehmend mit fremdenfeindlichen Parolen, Graffitis oder Social Media Postings auseinandersetzen. Die Gefahren, welche der Rechtsextremismus birgt machen vor Kindern und Jugendlichen keinen Halt – im Gegenteil sie werden klar Ziel fremdenfeindlicher Propaganda.
Die Fachtagung „Demokratie und Diskurs“ möchte pädagogischen Fachkräften aus allen Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit die Gelegenheit geben sich mit neuem Input und Wissen zu stärken und in verschiedene Workshops einzutauchen.
Vorträge:
Dr. Harald Weinböck (Culture Interactive)
"Demokratiefeindlichkeit in Schule und Jugendclub – neue Perspektiven durch narrativ-dialogische Zugänge"
Nazi-Memes, Hitler-Gruß und „dumme Sprüche“ in Klassenzimmer oder Jugendclub, menschenverachtende Haltungen im Mittelstand und Kiez-Verein – die Schwächung unseres demokratischen Selbstverständnisses spiegelt sich vielerorts. Wenn Appelle der Menschlichkeit und Vernunft nicht mehr funktionieren: Neue Perspektiven durch narrative Gesprächsführung in bedarfsgerechten Formaten – und dialogische Erstreaktion in Alltagssituationen der akuten Bedrängnis unserer demokratisch-freiheitlichen Verfasstheit.
Tobias Burdukat aka Pudding (Sozialarbeiter Alte Spitzenfabrik Grimma, TH Nürnberg Georg Simon Ohm)
"Jugendarbeit im ländlichen Raum emanzipatorisch denken"
Wie entstand die Konzeption "Dorf der Jugend" und welche Ziele wurden damit verfolgt? Wie kann man Sozialraum und Digitalisierung zusammen denken und was hat dies alles mit einer Alten Fabrik, Sozialer Arbeit und den Schwierigkeiten unseres Hilfesystems in OST wie WEST und den sich zuspitzenden gesellschaftlichen Zuständen zu tun?
Workshops:
Mira Lou Braun (Mobile Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus für Demokratie)
"Handlungsoptionen im Bezug auf die erstarkende extreme Rechte mit Fokus auf die Jugend"
Ansteigende demokratie- und menschenfeindliche Aktivitäten stellen die Jugendarbeit aktuell zunehmend vor Herausforderungen. In dem Workshop der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus für Demokratie Niedersachsen beleuchten wir die aktuellen Entwicklungen rund um eine erstarkende extreme Rechte mit dem Fokus auf die Jugend. Dabei werden vor allem Handlungsoptionen im Vordergrund stehen.
Dr. Britta Wittner (Kooperationsstelle Hochschule - Gewerkschaften SON)
"Antifeminismus – ein Einfallstor für rechte Ideologien"
In vehementen Angriffen gegen FLINTA* (Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre und Trans Personen, Agender) und Feminismus sucht die (extreme) Rechte in den letzten Jahren Anschluss an Debatten um Geschlechterrollen in der Gesellschaft.
Antifeminismus bedeutet, feministische Anliegen und Positionen aktiv und organisiert zu bekämpfen oder zurückzuweisen. Antifeministische Akteur*innen behaupten, der Feminismus sei eine mächtige Ideologie oder Lobby, die für viele gesellschaftliche Probleme verantwortlich sei. Sie leugnen diskriminierende Strukturen gegen FLINTA* und argumentieren, dass Frauen biologisch bedingt nicht mächtig oder erfolgreich sein wollen und festgelegte Rollen in der Gesellschaft übernehmen müssen. Der Antifeminismus ist damit ein fester Bestandteil extrem rechter Ideologien, der jedoch nicht selten auch in der ‚Mitte der Gesellschaft‘ Anschluss findet und so als Einfallstor genutzt werden kann und wird.
Gemeinsam wollen wir erarbeiten: was genau ist Antifeminismus und von wem geht er aus? Was bedeutet er für unsere Gesellschaft und welche Auswirkungen hat er auf unser Leben? Und vor allem: was können wir tun?
Sören Meier (Jugendbildungsreferent DGB Jugend)
„….für Demokratie Zivilcourage zeigen!“ – Antidiskriminierung & Zivilcourage:
Philipp Ballschuh (Consurity)
"Awareness in der offenen Kinder- und Jugendarbeit: Wir schärfen Rolle, Haltung und Abgrenzung – was ist Awarenessarbeit überhaupt?"
Dann geht’s ans Eingemachte: praxistaugliche Interventionsstrategien für den beruflichen Alltag, die in (fast) jeder Situation anwendbar sind.
Die Fachtagung findet am 28.04.26 von 09:00 – 16:00 Uhr im KufA Haus Braunschweig statt.
Es wird während der Mittagspause warme Verpflegung geben.
Die Teilnahmegebühren betragen 15,00€.
Anmeldung bitte inkl. Vorname, Nachname, Organisation/Träger und Wunsch-Workshop per E-Mail an: bbj@braunschweig.de
Anmeldeschluss ist der 30.03.26

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