Fachpolitische Vernetzung
Der kollegiale und fachliche Austausch auf nationaler wie internationaler Ebene ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Nur gemeinsam können wir Präventionsansätze weiterentwickeln, den Anliegen der Demokratieförderung Gehör verschaffen und auf dringende Bedarfe der Prävention aufmerksam machen. Deshalb sind wir in verschiedenen Netzwerken und Vereinigungen aktiv. Dazu zählen unter anderem der Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten, die Bundesarbeitsgemeinschaft Religiös begründeter Extremismus, der Bundesverband Soziokultur, der Kooperationsverbund „Kompetent in der Rechtsextremismusprävention“ und das Bündnis für ein Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit. Auch die Auszeichnung mit dem PHINEO-Wirkt-Siegel freut uns sehr.
Der Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e. V. (AdB) ist ein Fachverband der non-formalen politischen Jugend- und Erwachsenenbildung. Gemeinsam mit seinen über einhundert Mitgliedseinrichtungen tritt er für eine vielfältige, demokratische, rechtsstaatliche und weltoffene Gesellschaft sowie für die im Grundgesetz verankerten Grund- und Menschenrechte ein.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft religiös begründeter Extremismus (BAG RelEx) fördert und unterstützt die bundesweite Vernetzung von zivilgesellschaftlichen Akteuren aus ganz Deutschland, die sich für eine erfolgreiche und nachhaltige Prävention und Deradikalisierung auf dem Feld des religiös begründeten Extremismus engagieren.
Im Auftrag des Bundesministeriums des Innern (BMI) fördert das Bundesprogramm "Gesellschaftlicher Zusammenhalt" (BGZ) Projekte, die das Miteinander in den Städten und Kommunen nachhaltig positiv verändern. Deutschland ist ein vielfältiges Land. Hier leben Menschen mit unterschiedlichen Lebensstilen, Geschichten sowie kulturellen und religiösen Prägungen. Damit sie alle sich als Teil dieser Gesellschaft wahrnehmen, in die sie sich einbringen und die sie mitgestalten können, gilt es, den gesellschaftlichen Zusammenhalt gezielt zu verbessern und zu stärken. Die Projekte eröffnen Räume für gemeinsame Aktivitäten und die Chance, sich gegenseitig kennen, akzeptieren und wertschätzen zu lernen.
Der Bundesverband Soziokultur e.V. ist der Dach- und Fachverband soziokultureller Akteur*innen in Deutschland. Der Verband vertritt die Interessen seiner Mitglieder in der Kulturpolitik, berät und vernetzt Einrichtungen und schafft mit Programmen und Projekten Strukturen für zukunftsfähiges Arbeiten. Ziel ist es die Rahmenbedingungen für Soziokultur zu stärken – ökonomisch, ökologisch und gesellschaftlich.
Soziokulturelle Arbeit ist ein Grundpfeiler demokratischer Kultur: offen, partizipativ und gemeinschaftsbildend.
Der Kooperationsverbund Rechtsextremismusprävention (KompRex)reagiert auf aktuelle Entwicklungen im Rechtsextremismus, entwickelt bundesweite Präventionsangebote weiter, bündelt Wissen und Erfahrung und qualifiziert und vernetzt Projektpartner*innen.
Als gemeinnützige Plattform stärkt PHINEO strategisches gesellschaftliches Engagement. Für die sozial und ökologisch nachhaltige Transformation unterstützt und vernetzt sie Zivilgesellschaft, Wirtschaft und öffentlichen Sektor. So erweitern sie stetig das Wissen zu kollektiver Wirkung und teilen ihre Erfahrung.
Das Bündnis für ein Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit setzt sich für eine Reform des § 53 StPO ein. Ziel ist die Aufnahme von Mitarbeiter*innen der Sozialen Arbeit in die geschützten Berufsgruppen des § 53 Abs. 1 StPO.
Als breites Bündnis innerhalb der Profession der Sozialen Arbeit unterstützen wir betroffene Sozialarbeiter*innen, deren Arbeitsbeziehungen und Arbeitsgrundlagen durch das fehlende Zeugnisverweigerungsrecht bedroht sind. Konsequenz dieser Rechtslage sind auf persönlicher Ebene die Androhung und Verhängung von Ordnungsgeldern sowie Beugehaft.
Vernetzung in Europa
Seit Gründer*innen von Cultures Interactive ab 2006 in Tschechien Jugendkultur-Workshops erprobten und in Belfast und London unter anderem das Projekt Challenge Hate Crime zu Distanzierungsarbeit durchführten, ist Cultures Interactive in der europäischen und internationalen Demokratieförderung engagiert – mit dem Ziel, gewaltförmige und autoritäre Haltungen bei jungen Europäer*innen abzuwenden und grenzübergreifend menschenrechtliches Handeln und demokratisches Bewusstsein zu fördern. Es folgte ab 2010 die maßgebliche Mitwirkung am Aufbau des Radicalisation Awareness Network der Europäischen Kommission (RAN, seit 2024 umbenannt) – besonders in der Leitung der Sektion ‘RAN Derad’ und bei der ‘RAN Collection of Inspiring Practices’.
Seit jedoch Mitte der Zehnerjahre erkennbarer wurde, dass das RAN eher eine Top-Down-Maßnahme der obersten EU-Sicherheitsbehörde und weniger ein genuines Praktiker*innen-Netzwerk war, begann Cultures Interactive, seine Arbeit in eigenen, unabhängigen EU-Projekten und zivilgesellschaftlichen EU Netzwerken zu konzentrieren. Begleitend erfolgte eine kritische Reflexion der europaweiten Tendenz zur Verbehördlichung und Versicherheitlichung von pädagogischer Arbeit und psychosozialer Beratung im Zuge der so genannten Islamismusprävention, die seither bedauerlicherweise kontinuierlich voranschreitet.
Zu den von Cultures Interactive konzipierten EU Projekten gehören z.B. das EDNA-Projekt (2013/2014), das biographisch-narrative Zeugnisse sowie Einblicke in das intensiv-pädagogische Arbeiten mit jungen radikalisierten Menschen erbrachte. Das EU-Projekt WomEx (2013/2014) untersuchte Genderrollen insbesondere von Mädchen und jungen Frauen in gewaltbereiten oder extremistischen Szenen und gab Handlungsempfehlungen für die demokratiepädagogische Arbeit. European Fair Skills (2015-2017) ermöglichte einen nachhaltigen Methodenaustausch mit Nachbarstaaten in Mittel- und Osteuropa; hierbei wurden gemeinwesenorientierten Ansätze der präventiven und demokratiefördernden Jugendarbeit dokumentiert und, zusammen mit der Friedrich-Ebert-Stiftung, internationale Fortbildungen mit Jugendlichen und Jugendarbeiter*innen umgesetzt. Diese konnten 2020 mit Together we can! auch in der Ukraine erprobt werden.
EXIT Europe (2018-2021) führte fort und vertiefte, was Cultures Interactive europaweit, in der langjährigen Mitwirkung am RAN, für das Feld Distanzierungsarbeit und Sekundärprävention erarbeitet hatte – und bündelte die methodischen Qualitätsstandards. Dies wurde unterstützt durch die Erprobung von jugendkulturellen und erzählorientierten Methoden der zivilgesellschaftlichen Resilienzbildung in CHAMPIONs und BRaVE (beide 2019-2021). Sie werden derzeit im ‚Horizon Europa‘ Projekt OppAttune durch ethnographisch gerahmte Anwendungen von Narrative Dialogue Groups (Gesprächsgruppen) in Schulen weiter entwickelt (bis 2026).
Einen überragenden Ertrag der europäischen Arbeit stellt das von Cultures Interactive aufgebaute CEE Pevent Net dar, das als unabhängiges mittel- und osteuropäisches Netzwerk zur Stärkung von zivilgesellschaftlichen Trägern und Praktiker*innen der Jugend- und Sozialarbeit im Umgang mit Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit fortbesteht. Eine Initiative mit globaler Reichweite entstand hierbei durch die Gründung der Alliance for Dialogue, die von unserem ungarischen Partner, dem Budapest Center for the Prevention of Genocide and Mass Atrocities, angestoßen und von der norwegischen Nansen Academy und CI mit veranstaltet wird.
Europaweite Netzwerke der Prävention
A cooperation between the Budapest Centre for Dialogue and Mass Atrocities Prevention, the Nansen Academy and cultures interactive e.V.
Central and Eastern European Network for the Prevention of Intolerance and Group Hatred
Democracy and Human Rights Education in Europe
European Expert Network on Terrorism Issues
European Network for Nonviolence and Dialogue
European Peer Training Organisation
Professional Open Youth Work in Europe
Transatlantic Exchange of Civic Educators
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