Brückennarrative zur gewaltförmigen Radikalisierung erkennen und verstehen

Politiker*innen und öffent­liche Personen, die auf Demo­plakaten als Kraken dargestellt werden. „Feinstaub statt Ökostrom“-Aufkleber auf Verbrenner-Autos. Social-Media-Profile von „traditions­bewuss­ten Ehefrauen“, die Familien­bilder aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts idealisieren und alles „Zeit­geistige“ verurteilen und entwerten. Solche Narrative und Symbole, die uns in der Öffent­lich­keit weithin begegnen, können auf den ersten Blick harmlos wirken.

Oft jedoch verbergen sich hinter dieser schein­baren Meinungs­viel­falt ideo­logische Muster und Strategien, die in versteckter Form mit tief sitzenden Ängsten spielen und Ressentiments schüren. Mitunter enthalten sie Versatz­stücke aus Anti­semitismus, Klima­wandel­leugnung und Verschwö­rungs­denken – und befeuern Impulse der Abwertung bestimmter gesell­schaft­licher Gruppen. Dabei dienen sie als strategische Brücken, die weit verbreitete Formen der Skepsis in Bezug auf Demo­kratie und Grund­recht­lich­keit aufnehmen und diese zu rechts­extremen oder islamistischen bzw. religiös-fun­damen­talistischen Welt­anschau­ungen hinüber führen. Zusammen mit altbekannten und neuen Feind­bildern sowie einer strategischen Emotio­nali­sierung und Polari­sierung von wichtigen gesell­schaft­lichen Debatten wird so die Zersetzung des demo­kratischen Bewusst­seins in der Bevöl­kerung voran­getrieben.

#Verschwörungs­erzählungen
#Demokratie­desta­bilisierung
#Emotio­nali­sierung

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