>blickwinkel: Ein Blick auf aktuelle Entwicklungen aus Jugendarbeit, Jugendkultur und Rechtsextremismusprävention
Stabil im Gespräch bleiben
>blickwinkel Nr. 7
In dieser Ausgabe des >blickwinkel haben wir uns vorgenommen, Erfahrungen der Jugendarbeit und Schule im Umgang mit Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus zu beleuchten. Schulen und Jugend(sozial)arbeit haben nicht nur ein großartiges Potential, sondern auch die Aufgabe, Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen, sich zu demokratischen und menschenrechtlich geprägten Persönlichkeiten zu entwickeln. Festgeschrieben ist dies in den Schulgesetzen der Länder wie auch in § 11 des SGB VIII zur offenen Kinder- und Jugendarbeit. So heißt es etwa in § 1 des Berliner Schulgesetzes: »Ziel muss die Heranbildung von Persönlichkeiten sein, welche fähig sind, der Ideologie des Nationalsozialismus und allen anderen zur Gewaltherrschaft strebenden politischen Lehren entschieden entgegenzutreten sowie das staatliche und gesellschaftliche Leben auf der Grundlage der Demokratie, des Friedens, der Freiheit, der Menschenwürde, der Gleichstellung der Geschlechter und im Einklang mit Natur und Umwelt zu gestalten.
Antiziganismus – Rassismus gegen Rom*nja und Sinti*zze
>blickwinkel Nr. 6
Antiziganismus bzw. Rassismus gegen Rom*nja und Sinti*zze ist in Deutschland und Europa allgegenwärtig: In allen Lebensbereichen erfahren Rom*nja und Sinti*zze massive individuelle, institutionelle und strukturelle Diskriminierung. Angehörige der Minderheit werden kriminalisiert, stigmatisiert oder marginalisiert und sind nicht ausreichend vor rechtsextremer Gewalt geschützt. Gleichzeitig sind die Erfahrungen der von Antiziganismus Betroffenen in der öffentlichen Debatte bisher kaum präsent. Daher ist die sechste Ausgabe des >blickwinkels dieser spezifischen Form des Rassismus gewidmet.
Rechtsextreme Normalitäten
>blickwinkel Nr. 5
Die Verstetigung und Normalisierung rechtsextremer Ideologien in breiten Teilen der Bevölkerung hat in den letzten Jahren eine neue Qualität erreicht. Das hat Folgen auch für die Jugend- und Sozialarbeit. In welchem Ausmaß Jugend- und Sozialarbeiter*innen heute mit Rechtsextremismus konfrontiert sind, zeigt schlaglichtartig eine Bestandsaufnahme aus dem Jahr 2023. Die Normalisierung des Rechtsextremismus wirkt sich aber auch auf Jugendliche aus. Silke Baer plädiert deshalb in ihrem Artikel für ein besseres Verständnis verschiedener Typen rechtsextrem orientierter Jugendlicher. Anschließend gibt Dr. Stefan Tepper in einer kritischen Analyse bisheriger Leerstellen der Ausstiegsarbeit neue Impulse für die Weiterentwicklung eines auch angesichts des Erstarken des Rechtsextremismus ausgesprochen wichtigen Handlungsfelds. Abschließend bietet Max Rademacher einen Praxiseinblick in das Projekt „Breathe in – Break out!”, das seit 2013 junge Menschen in Halle vermittelt durch die Jugendkultur Hip-Hop zu gesellschaftspolitischer Partizipation befähigt.
Emotionen in Politik und Prävention
>blickwinkel Nr. 4
Politische Fragen sind immer auch emotionale Angelegenheiten. Deshalb ist diese Ausgabe des >blickwinkels den Emotionen in der politischen Bildung gewidmet: Marie Jäger blickt in ihrem Artikel auf Emotionen im Rechtsextremismus und in der Rechtsextremismusprävention, Benjamin Winkler von der Amadeu Antonio Stiftung zeigt, wie verbreitet Verschwörungsglauben bei Jugendlichen ist, und Dr. Harald Weilnböck erklärt, welche demokratiefördernden Potenziale die Narrativen Gesprächsgruppen an Schulen haben können.
Verschwörungserzählungen
>blickwinkel Nr. 3
Verkürzte Erklärungen für gesellschaftliche Missstände können über Raptexte ein großes und oft jugendliches Publikum erreichen. Deswegen geht es im dritten >blickwinkel darum, wie verbreitet Antisemitismus und Verschwörungserzählungen im Deutschrap sind, und auf welche Weise Verschwörungserzählungen in der Jugendarbeit thematisiert werden können. Außerdem blicken unsere Autor*innen auf türkischen Rechtsextremismus in Deutschland. Denn türkische rechtsextreme Gruppierungen versuchen immer wieder, Rassismus, Islamfeindlichkeit und strukturelle Diskriminierung für sich zu instrumentalisieren. Ein weiteres Thema in diesem >blickwinkel: gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus im Fußball.
Immer noch und wieder
>blickwinkel Nr. 2
Jugendarbeiter*innen sind verpflichtet, für Demokratie und Menschenrechte einzutreten. Doch spätestens seit dem Erstarken rechtsextremer und rechtspopulistischer Bewegungen seit 2015 sehen sich Jugendarbeiter*innen bei dieser Aufgabe vor neue Herausforderungen gestellt. Denn immer wieder greifen rechtsextreme und rechtspopulistische Akteur*innen die die offene Jugendarbeit an, oft verbunden mit der Forderung nach einer vermeintlichen „Neutralität“. Die Wissenschaftler*innen Nils Schuhmacher, Gillian Zimmermann und Moritz Schwerthelm haben solche Versuche der Einflussnahme auf die offene Kinder- und Jugendarbeit untersucht. Die Ergebnisse ihrer Studie stellen sie in diesem >blickwinkel vor.
Außerdem beschreibt Moritz Keppler am Beispiel des Landkreis Göttingen, wie es um die Rechtsextremismusprävention in der Jugendarbeit bestellt ist. Sein Artikel gibt einen Einblick in die Situation der Jugendarbeit und das präventiv-pädagogische Handeln der Jugendarbeiter*innen vor Ort. Doch auch Jugendarbeiter*innen können Verschwörungserzählungen anhängen oder demokratiefeindliche Einstellungen teilen. Wie damit umgehen, wenn ein*e Mitarbeiter*in plötzlich Verschwörungserzählungen verbreitet? Ein Sozialarbeiter aus Berlin berichtet von seinen Erfahrungen.
Jugend und Politik
>blickwinkel Nr. 1
Die erste Ausgabe des >blickwinkels ist stark von den gesellschaftlichen Debatten und Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie geprägt: Mit ihrer zunehmenden Verbreitung sind Verschwörungsideologien ein relevantes Thema auch in der Jugendarbeit geworden. Das liegt daran, dass sie auch von Vorbildern und Prominenten geteilt und so gesellschaftlich normalisiert werden. Mit der Pandemie erhält zudem die Vorbereitung auf einen drohenden gesellschaftlichen Krisenfall eine neue Relevanz. Deswegen schauen wir in diesem >blickwinkel auf die Prepping-Szene und den von ihr herbei gesehnten Zusammenbruch staatlicher Strukturen, ebenso wie auf die Anziehungskraft, die die Prepper*innen auf rechtsextreme Kreise ausüben. Außerdem geht es in diesem >blickwinkel darum, wie extrem rechte Akteur*innen die Gaming-Szene nutzen.