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C.I. KulturRäume2010 - Landkreis Parchim

Landkreis Parchim

Seit rund zwei Jahren ist cultures interactive e.V. nunmehr im Landkreis Parchim aktiv. Zentren unserer Arbeit haben sich mit der Stadt Parchim und Lübz aber auch mit Marnitz und Ludwigslust herauskristallisiert. Wir unterstützen dort Jugendliche, die in Jugendzentren und Mehr­generationenhäusern tanzen, rappen, sich einen Skatespark aufbauen oder die sich mit rechtsextremen Zeichen und Symbolen in der Öffentlichkeit befassen und sie in Abstimmung mit den Ämtern übermalen.  Zudem konnten wir Projekt­tage veranstalten, an denen sich Förder- und Regelschüler_innen mit Gymnasias­t_innen gemeinsam jugendkulturell auspro­bieren und dabei einander kennenlernen konnten.

Bislang hat cultures interactive e.V. zahl­reiche (Schul-)Projekttage und Open Spa­ces in den Städten Parchim, Lübz, Marnitz, Crivitz und Cambs sowie in Lüb­theen, Ludwigslust, Picher, Neustadt-Glewe, Ras­tow und Hagenow im benachbarten Land­kreis Ludwigslust veranstaltet, aus denen jugendliche Aktionsgruppen hervorgingen. Insgesamt erreichten wir bisher etwa 1000 Jugendliche.

Für uns als Rechtsextremismuspräven­tionsprojekt fällt der Landkreis Parchim im westlichen Mecklenburg erstmal positiv auf. Schließlich hat die NPD 2006 mehr als 7 % der Wähler_innenstimmen im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern und konnte so sechs Sitze besetzen. Darüber hinaus ist die rechtsextreme Szene in Form von Freien Kameradschaften oder der in­zwi­schen verbotenen Organisation „Heimat­treue deutsche Jugend“ (HDJ) im Land deutlich wahrnehmbar. Öffentliche Veran­stal­tungen werden in der Region durch die Funktionäre der rechtsextremen Parteien selbstbewusst aufgesucht und versucht zu stören, dass betraf auch schon Ver­anstaltungen von cultures interactive e.V.

In Parchim scheint es aber keine orga­nisierte rechtsextreme Szene zu geben, wenngleich auch hier immerhin zwei von 47 Sitzen im Kreistag auf die NPD entfallen.

cultures interactive e.V. ist mit dem Projekt „KulturRäume2010“ seit 2007 im Landkreis aktiv und kann sich aufgrund der gemä­ßigten Situation mittels politischer Bildung, jugendkultureller Themen und Angebote auf die Präventionsarbeit im besten Sinne konzentrieren.

Wir nahmen zwar in unseren Veran­stal­tungen manchesmal auch fremdenfeind­liche oder latent rechtsextreme Tendenzen wahr, aber das ist leider heute eher nor­mal. Diese „Normalität“ zeigt wiederum das ernstzunehmende Arbeitsgebiet „Frem­den­feindlichkeit“ auf und daher  ist es auch umso wichtiger demokratische (Jugend-) Kulturen zu stärken und Jugendlichen Mög­lichkeiten der friedlichen Selbstentfal­tung, Artikulation und öffentlicher Teilhabe auf­zuzeigen. Eine der Jugendgruppen, die wir im Rahmen von KulturRäume2010 unter­stützen konnten, waren Jugendliche aus der  Stadt Parchim, die sich um Auf­kleber und Nazischmierereien mit eindeutig rechts­extremistischem Hintergrund im öf­fentlichen Raum 'kümmerten', indem sie diese legal unter Absprache mit den Ei­gentümer_innen durch positive, tolerante wie bunte Statements ersetzte.

Jugendliche für solche Aktionen zu mo­ti­vieren ist aber nicht immer leicht, denn nicht wenige identifizieren sich nicht mehr sehr stark mit ihrer Stadt oder Region und streben an, später in Rostock, Hamburg oder Berlin zu leben und zu arbeiten. Auch deswegen ist cultures interactive e.V. daran gelegen, zu unterstützen, die Region für die Jugendlichen durch ihre Beteiligung wieder spannender und lebenswerter er­scheinen zu lassen. An diesem Ziel ar­bei­ten wir gemeinsam mit den Ämtern, Schu­len und Jugendeinrichtungen vor Ort und anderen Partnerprojekten wie Camino.
Mit allen Einrichtungen planen wir gemein­sam Open Spaces und Zukunftswerk­stätten und führen verschiedene zielgrup­pen­gerechte Angebote wie Fortbildungen für Pädagog_innen und weiterführende Workshops für Jugendliche durch und för­dern dabei deren Beteiligung am zivil­ge­sellschaftlichen Geschehen.