Landkreis Parchim
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Seit rund zwei Jahren ist cultures interactive e.V. nunmehr im Landkreis Parchim aktiv. Zentren unserer Arbeit haben sich mit der Stadt Parchim und Lübz aber auch mit Marnitz und Ludwigslust herauskristallisiert. Wir unterstützen dort Jugendliche, die in Jugendzentren und Mehrgenerationenhäusern tanzen, rappen, sich einen Skatespark aufbauen oder die sich mit rechtsextremen Zeichen und Symbolen in der Öffentlichkeit befassen und sie in Abstimmung mit den Ämtern übermalen. Zudem konnten wir Projekttage veranstalten, an denen sich Förder- und Regelschüler_innen mit Gymnasiast_innen gemeinsam jugendkulturell ausprobieren und dabei einander kennenlernen konnten. Bislang hat cultures interactive e.V. zahlreiche (Schul-)Projekttage und Open Spaces in den Städten Parchim, Lübz, Marnitz, Crivitz und Cambs sowie in Lübtheen, Ludwigslust, Picher, Neustadt-Glewe, Rastow und Hagenow im benachbarten Landkreis Ludwigslust veranstaltet, aus denen jugendliche Aktionsgruppen hervorgingen. Insgesamt erreichten wir bisher etwa 1000 Jugendliche. Für uns als Rechtsextremismuspräventionsprojekt fällt der Landkreis Parchim im westlichen Mecklenburg erstmal positiv auf. Schließlich hat die NPD 2006 mehr als 7 % der Wähler_innenstimmen im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern und konnte so sechs Sitze besetzen. Darüber hinaus ist die rechtsextreme Szene in Form von Freien Kameradschaften oder der inzwischen verbotenen Organisation „Heimattreue deutsche Jugend“ (HDJ) im Land deutlich wahrnehmbar. Öffentliche Veranstaltungen werden in der Region durch die Funktionäre der rechtsextremen Parteien selbstbewusst aufgesucht und versucht zu stören, dass betraf auch schon Veranstaltungen von cultures interactive e.V. In Parchim scheint es aber keine organisierte rechtsextreme Szene zu geben, wenngleich auch hier immerhin zwei von 47 Sitzen im Kreistag auf die NPD entfallen. |
cultures interactive e.V. ist mit dem Projekt „KulturRäume2010“ seit 2007 im Landkreis aktiv und kann sich aufgrund der gemäßigten Situation mittels politischer Bildung, jugendkultureller Themen und Angebote auf die Präventionsarbeit im besten Sinne konzentrieren. Wir nahmen zwar in unseren Veranstaltungen manchesmal auch fremdenfeindliche oder latent rechtsextreme Tendenzen wahr, aber das ist leider heute eher normal. Diese „Normalität“ zeigt wiederum das ernstzunehmende Arbeitsgebiet „Fremdenfeindlichkeit“ auf und daher ist es auch umso wichtiger demokratische (Jugend-) Kulturen zu stärken und Jugendlichen Möglichkeiten der friedlichen Selbstentfaltung, Artikulation und öffentlicher Teilhabe aufzuzeigen. Eine der Jugendgruppen, die wir im Rahmen von KulturRäume2010 unterstützen konnten, waren Jugendliche aus der Stadt Parchim, die sich um Aufkleber und Nazischmierereien mit eindeutig rechtsextremistischem Hintergrund im öffentlichen Raum 'kümmerten', indem sie diese legal unter Absprache mit den Eigentümer_innen durch positive, tolerante wie bunte Statements ersetzte. Jugendliche für solche Aktionen zu motivieren ist aber nicht immer leicht, denn nicht wenige identifizieren sich nicht mehr sehr stark mit ihrer Stadt oder Region und streben an, später in Rostock, Hamburg oder Berlin zu leben und zu arbeiten. Auch deswegen ist cultures interactive e.V. daran gelegen, zu unterstützen, die Region für die Jugendlichen durch ihre Beteiligung wieder spannender und lebenswerter erscheinen zu lassen. An diesem Ziel arbeiten wir gemeinsam mit den Ämtern, Schulen und Jugendeinrichtungen vor Ort und anderen Partnerprojekten wie Camino. |






