Spot on, girls!

Zukunftswerkstatt Berliner Girls* am 6.4.

12.3.2019

 

Zum Abschluss unseres Kooperationsprojektes Spot on, girls! Für eine Willkommenskultur in der Hauptstadt veranstalten wir die Zukunftswerkstatt Berliner Girls*. Die Veranstaltung findet am 6. April 2019 im Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung Manege in Neukölln von 11.00-17.00 statt.

Im Lauf der Veranstaltung haben die Mädchen die Möglichkeit zu zeigen, was sie während des Projekts erarbeitet haben. Durch die Methodik der Zukunftswerkstatt können alle Teilnehmenden Wünsche und Ideen für sich und andere Berliner Mädchen konkretisieren und gemeinsam überlegen, wie diese umgesetzt werden können.

Durch den Tag wird uns Wiebke Eltze als Moderatorin begleiten. Unterstützt wird sie von jungen Frauen aus dem Projekt #nichtmituns aus dem Mädchenladen Schilleria. DJ Freshfluke begleitet uns musikalisch durch die Veranstaltung.

Eine Anmeldung ist erwünscht und ab sofort über folgenden Link möglich:

Anmeldung zur Zukunftswerkstatt Berliner Girls*.

Anmeldeschluss ist der 29.3.2019

Euer Spot on, girls! Team

Programmflyer zum Download


 

Winterferien in der Wilden Hütte

18.2.2019

So schnell wie letzte Woche vergingen unsere Ferienworkshops wohl noch nie!
Die Teilnehmer*innen waren super motiviert und haben trotz Ferien super viel erarbeitet.

+++ Im Tanz Workshop wurden unterschiedliche Tanzstile durchprobiert und zu Contemporary, Popping, Tating und Street Dance kleine Choreos erarbeitet. Dazu wurde locker noch der Tanz für den #onebillionrising am 14.02.2019 einstudiert. Unglaublich!

+++ Beim Rap Workshop wurde fleißig an eigenen Texten gefeilt, den richtigen Beat zum Flow vom Text gefunden. Und aufgenommen wurde auch noch. Und wir gleich so: „Hab heute kein Bock auf dein Gelaber, heute brauche ich echt kein Drama“

+++ Die Mädchen* beim Graffiti haben nicht nur die buntesten Hintergründe produziert und ihre (Sprayer-)Namen gesprüht, nee nee, sondern fein mit Stencil ausgecuttet und Schatten ergänzt. Das ganze verziert mit einem Animé. Wie cool ist das denn bitte?!

+++ In den Gruppenarbeitsphasen wurden Edding Olympiaden veranstaltet, Zwiebelknöllchen gemacht und einige coole Spoti-Citys kreiert.

Zum Abschluss der Ferienwoche ging es dann am Sonntag auch noch ins Grips Theater ins Stück Schweben. Wir sind platt von der Woche, aber auch super happy!

#happygirls #spotongirls! #Jugendkultur #Mädchenhabenwaszusagen #springstoff #projektfondskulturellebildung

 


 

"Spot on, Girls! Mit Hip Hop für eine Willkommenskultur in der Hauptstadt" erhält den 2. Platz des diesjährigen Hatun Sürücü Preises

4.2.2019

Die Berliner Fraktion der Grünen ehrt jedes Jahr zum Todestag von Hatun Sürücü besondere Frauen und Projekte, die sich für ein selbstbestimmtes Leben von Mädchen und jungen Frauen engagieren. Die Preisgelder werden von engagierten Frauen aus allen Bereichen der Gesellschaft gestiftet und übergeben. Wir hatten die Ehre unseren Preis von Ramona Pop zu erhalten, die eine kleine Laudatio über unser Projekt gehalten hat und den Nagel auf den Kopf getroffen hat.

Vielen Dank für die Auszeichnung, wir sind sehr gerührt und freuen uns riesig!

Ein ausführlicher Beitrag über die Preisverleihung und die weiteren Preisträger*innen hier Infos zur Kampagen hier

Copyright Fotos: Inga Kjer_Grüne Fraktion Berlin


 

Kooperation von #nichtmituns und Spot on, girls!

#nichtmituns-Mädchen und junge Frauen gegen Hass und Diskriminierung“ beim Workshop zum Train-the-Trainer von cultures interactive e.V.

Das Projekt "#nichtmituns - Mädchen und junge Frauen gegen Hass und Diskriminierung" ist ein partizipatives Projekt zur politischen Bildung in Neukölln, das ab Mitte September in Kooperation mit der Schilleria stattfindet.

Die Projektidee wurde dabei von Besucherinnen der Schilleria in enger Zusammenarbeit mit den Projektleiterinnen entwickelt.

Das Projekt widmet sich dem Themenfeld “Antisemitismus&Rassismus”. Grundidee ist dabei der Peer-to-Peer Ansatz. Mädchen und junge Frauen aus Neukölln werden selbst zu Multiplikator*innen der politischen Bildung ausgebildet: Sie vertiefen ihr inhaltlich-thematisches Wissen, erlernen Methoden der politischen Bildungsarbeit und konzipieren schließlich selbst niedrigschwellige Angebote und Formate im Bereich Antidiskriminierungsarbeit.

Das Projekt knüpft an die Bedürfnisse, Ressourcen und Interessen der Teilnehmerinnen an. Gemeinsam mit den beiden Projektleiterinnen erstellen die Teilnehmerinnen ihr eigenes Qualifizierungsprogramm. Die Aktivitäten reichen dabei von Besuchen von Kulturveranstaltungen, Ausflüge zu Museen und Gedenkstätten, Diskussionsrunden bis hin zur Teilnahme an Fachveranstaltungen und Workshops.

In Zusammenarbeit mit dem Mädchenprojekt Spot on, girls! werden die Teilnehmenden im Bereich der methodischen Entwicklung von eigenen Angeboten geschult. Sie erlernen den Aufbau von Workshops, wie die einzelnen Komponenten ineinander greifen und welche unterschiedlichen Herangehensweisen es für Methoden und deren Auslegung gibt.

Im Juni wird es ein weiteres Workshop-Wochenende geben wo die Teilnehmer*innen dabei unterstützt werden ihre eigenen Methoden und Workshops zu entwickeln und zu reflektieren.

 

Das Projekt wird durch das Programm “Stark gemacht- Jugend nimmt Einfluss” des Jugenddemokratiefonds Berlin gefördert.

Mehr Infos zum Projekt findet ihr hier


 

Spot on, Girls ist seit Dezember 2018 Mitglied des Neuköllner Netzwerks Kulturelle Bildung (NNKB)!

 

Selbstverständnis des Neuköllner Netzwerks Kulturelle Bildung

Wer sind wir

Das Neuköllner Netzwerk für Kulturelle Bildung ist ein multiprofessioneller und genreübergreifender Zusammenschluss, bestehend aus künstlerischen und pädagogischen Einrichtungen und Projekten des gesamten Stadtbezirks. Die künstlerische Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden ist das gemeinsame und verbindende Thema. Das Netzwerk versteht sich als Interessensvertretung und Sprachrohr junger Menschen, gleichzeitig aber auch für andere Kulturschaffende in Neukölln.

Das Neuköllner Netzwerk für Kulturelle Bildung wurde am 12. April 2018 in der Neuköllner Jugendkunstschule Young Arts gegründet. Mit der Gründung dieses Gremiums sollten die verschiedenen Akteure erstmals die Gelegenheit erhalten, sich auch über die Durchführung gemeinsamer Aktivitäten hinaus miteinander zu vernetzen. In einem gesellschaftskritischen Setting werden Haltung, Durchführung und Finanzierung von Kultur mit und für junge Menschen diskutiert. Auch gemeinsame Aktionen sollen zukünftig stattfinden.

Derzeit besteht das Netzwerk aus folgenden Mitgliedern:

  • ACT – Führe Regie über dein Leben! e.V.
  • cultures interactive e.V.
  • Jugendamt Neukölln
  • Jugendfreizeiteinrichtung Manege
  • Jugend-, Kultur- und Werkzentrum Grenzallee
  • KinderKulturMonat - WerkStadt Berlin e.V.
  • Kulturamt Neukölln
  • Kulturnetzwerk Neukölln e.V.
  • Landesverband Kinder- und Jugendfilm Berlin e.V.
  • multi.media.szene. – Neuköllner Medienkompetenzzentrum
  • Nachbarschaftszentrum Wutzkyallee
  • Young Arts - Jugendkunstschule Neukölln

Unser Verständnis von Kultureller Bildung

In Neukölln liegen laut und leise eng beieinander – die Jugendkulturlandschaft ist bunt, bewegend und präsent. In Zeiten einer zunehmend pluralen und gleichzeitig homogenen, konsumorientierten digitalisierten Welt, fungieren Angebote der Kulturellen Bildung als Gegenhorizont und ermöglichen jungen Menschen über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. Junge Menschen in Neukölln bewegen sich zwischen dem allgemeinen jugendlichen Mainstream, der eigenen Herkunftskultur und quartiersbezogene und/ oder milieuspezifischen Praxen. Die Jugendlichen wachsen in diesem Spannungsfeld auf und sollen durch künstlerische Projekte in die Lage versetzt werden, gesellschaftspolitische Themen zu verstehen und zukunftsweisend mitzugestalten.

Die Neuköllner Jugendkulturarbeit setzt an den Lebenswelten junger Menschen an und sieht deren Herausforderungen als Potentiale, um in einem freiwilligen und partizipativen Setting bedarfs- und bedürfnisorientierte Kulturangebote zu offerieren. Sie schafft informelle und non-formale Gelegenheiten, Herausforderungen in Kindheit und Adoleszenz mit Resilienz zu begegnen und nutzt diese als explorative Energiequelle für künstlerische Schaffenskraft.

Kulturelle Bildung für junge Menschen bedeutet, sich selbst zu erfahren und künstlerische Selbstwirksamkeitsprozesse zu erleben. Unter dem Claim „Aktiv statt Passiv“ lernen und qualifizieren junge Menschen ihre kulturellen und sozialen Kompetenzen und lernen diese zu präsentieren. Wertschätzung und Anerkennung von der eigenen Peer und anderen Gruppen werden auf diese Weise möglich.

Insbesondere im Stadtbezirk Neukölln wirken Angebote der Kulturellen Bildung identitätsstiftend und demokratiebildend. Künstlerische Aushandlungsprozesse in Gemeinschaft ermöglichen Teilhabe und Zugehörigkeitsgefühl und setzen Eigenverantwortlichkeit der partizipierenden Kreativen voraus. Dies fordert und fördert Selbstbestimmung und Engagement für andere.

Die jugendkulturelle Bildungslandschaft Neuköllns präsentiert sich divers und genreübergreifend. Exemplarisch dafür stehen: Bandarbeit und Tonstudio, Tanz und Theater, Film, Grafik, bildnerische Kunst und Atelierarbeit sowie Angebote der HipHop-Kultur und Artistik. Hier erhalten Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, sich ausprobieren und zu experimentieren. Sie entwickeln und vertiefen einen Sinn für Ästhetik und bilden ein eigenes Kunstverständnis aus. Ziel ist es, die Jugendlichen zu befähigen, künstlerische Entscheidungen auf der Basis von im Arbeitsprozess erworbener Kompetenzen und inhaltlicher Auseinandersetzungen selbst zu treffen.

Das gemeinschaftliche Erarbeiten eines künstlerischen Produktes (Theaterstück, Film usw.) stärkt den Kooperationsgedanken, die Selbstreflexion und die Kompromissbereitschaft. Durch die erfolgreiche Präsentation vor Publikum erfahren die Jugendlichen Selbstwirksamkeit und ihre Sichtweise findet Gehör im Bezirk und darüber hinaus. Schließlich begleiten jugendkulturelle Akteure künstlerische Aneignungsprozesse im öffentlichen Raum und arbeiten mit Subkulturen und freien Szenen.

Stand: 10.12.2018

 

Hinweise, Rückfragen, Interesse an:

jennifer.huebner@bezirksamt-neukoelln.de

Weietrführende Infos hier

 


 

 

Spot on, girls! Volume III

Anmerkung vorweg: Mit Mädchen* und Frauen* meinen wir Cis-Frauen, Trans*Frauen sowie nicht-binäre Personen.

Im zweiten Jahr von Spot on, girls! haben wir viele großartige Mädchen* und junge Frauen* kennengelernt, vieles zusammen erlebt und voneinander gelernt.

Jetzt starten wir in die dritte Runde voller Mädchen*-Power!

In diesem Jahr gibt es neben Hiphop- und Comic-Workshops: Kiezentdeckungstouren. Wir wollen uns unsere Lieblingsorte vorstellen, schauen welche Orte Mädchen* eher doof finden und gemeinsam Neue entdecken. Wir wollen schauen, welche Angebote, Kurse und Events gibt es im Kiez und im Bezirk. Das Ganze begleiten wir musikalisch. Wir verpacken das Gesehene in Rap-Texte, nehmen Geräusche der Stadt auf und mischen daraus den Kiez-Beat.

In den Herbst- und Winterferien gibt es jeweils eine HipHop-Workshop Woche mit tollen Angeboten zu Breakdance, Rap, Djing und Graffiti. Außerdem planen wir gemeinsam Ausflüge an Orte, wo Mädchen* und Frauen* selbst Projekte gestartet haben und finden heraus, wie die das so gemacht haben.

Zum Abschluss von Spot on, girls! Volume III wird es im Frühjahr eine Zukunftswerkstatt geben, natürlich mit dem Thema: Mädchen* sein in Berlin! Wir wollen mit Mädchen* und jungen Frauen*, Sozialarbeiter*innen, lokalen Initiativen und Politiker*innen u.v.m. über die Situation von Mädchen* und jungen Frauen* in Berlin diskutieren. Was läuft gut im Bezirk? Was braucht’s noch? Was wünschen sich die Mädchen*? Wer kann wo mit anpacken? Wir sind jetzt schon gespannt auf die Ergebnisse!

Danke an den Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung für die Förderung des Projekts!

#refugeeswelcome #spotongirls

 


 

Spot on, girls! Volume II – es geht weiter!

Nach unserem super schönen ersten Jahr mit Spot on, girls! und dem tollem Abschlussfest am 8. April 2017 im cassiopeia Berlin haben wir uns gleich daran gemacht zu überlegen wie es im neuen Projekt in Kooperation mit Springstoff weitergehen könnte. Die Mädchen* haben uns einiges an Ideen und Wünschen mitgegeben: Nochmal eine Party, vielleicht in einem anderen Club, unbedingt wieder HipHop -Workshops, noch mehr Teilnehmerinnen*, aber vor allem – ganz oft Workshops und nicht nur in den Ferien.

Also haben wir uns entschlossen, jeweils 3 Monate lang wöchentlich in vier verschiedenen Mädchenclubs in Berlin verschiedene Workshop-Angebote anzubieten. Unsere vier Workshops drehen sich rund um das Thema HipHop – Breakdance, DJ, Rap, Graffiti – und neu dabei ist diesmal auch Comic.Welcher Workshop wo stattfinden wird, besprechen wir gerade noch mit Mädchenclubs und Mädchen*, die Lust haben an dem Projekt teilzunehmen.

Was schon feststeht: Zwei Workshops werden von September bis Dezember 2017 laufen, zwei von Januar bis März 2018. Beginnen werden wir mit Impuls-Workshops in verschiedenen Einrichtungen.

Weil es im ersten Projekt so ein großer Erfolg war, werden wir  außerdem die Winterferien-HipHop-Woche im Februar 2018 wieder holen, zu der wir dann alle Teilnehmerinnen* einladen.

Und natürlich soll es auch wieder eine von den Mädchen gemeinsam organisierte Abschlussparty geben, bei der die Ergebnisse aus den Workshops präsentiert werden.

Viele Teilnehmerinnen* sind wieder mit dabei und freuen sich, dass es im September endlich wieder los geht – und wir erst recht!

Danke an den Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung für die Förderung des Projekts!

#refugeeswelcome #spotongirls

 


 

Spot on, girls! Wow, was ein Jahr! Wir berichten...

Anmerkung vorweg: Im Text wird mit * gegendert, da es uns glücklicherweise gelang, nicht nur cis-weibliche Personen, also Personen, deren bei der Geburt zugewiesenes Geschlecht auch das Geschlecht ihrer Identifikation ist, sondern auch Trans-Personen mit einschließen zu können.

Sommer 2016 – Teilnehmer*innen-Akquise

Wir starteten das Projekt mit mehreren Skateboard-Workshops im Juli 2016 für die Notunterkunft an der Ruschestraße in Lichtenberg, um dort unser Projekt bekannt zu machen, Mädchen aus der Notunterkunft kennen zu lernen und Werbung für unsere Aktivitäten in den Sommerferien zu machen. Leider mussten wir kurz vor Beginn der Sommerferien erfahren, dass der internationale All Female Skateboard-Contest SUCK MY TRUCKS, um den wir unsere Sommer-Skateboard-Woche herum geplant hatten, abgesagt werden musste. Das tat aber unserer Ferienplanung keinen wirklichen Abbruch, denn so hatten wir mehr Zeit, uns auf die einzelnen Tage des Skatecamps zu fokussieren

Skateboard-Workshops

Bereits zum ersten Termin der Skateboard-Workshops am 15. Juli 2017 mit der NUK Ruschestraße erschienen mehr als 15 Mädchen.

Skateboard-Sommercamp im Juli 2016

Bereits am ersten Tag kamen etwa Mädchen aus der NUK Ruschestraße, aus dem Mädchentreff Tivolotte, aus dem Mädchentreff Hella Klub in Hellersdorf und aus dem Mädchentreff Schilleria in Neukölln. Das Spannende für uns war natürlich die Reaktionen der Mädchen beim ersten Kennenlernen. Während wir mit Mädchen aus Hellersdorf auf die Gruppe aus der Notunterkunft warteten, fragten sie uns schon über die geflüchteten Mädchen aus. Dabei wollten sie als erstes wissen, ob die Mädchen nett seien. Sie fragten nicht - wie vielleicht angenommen - nach Hautfarbe, Sprache, Religion oder Kopftuch. Nein, sie wollten einfach nur wissen, ob sie freundlich seien. Das reichte ihnen als Information über die zu erwartenden Teilnehmer*innen. <3 Das Team des Mellowparks war sehr hilfreich und versorgte uns mit weiteren Schonern und Skateboards, denn für so viele Mädchen war das großzügige Equipment von cultures interactive doch nicht ausreichend. Wir boten darüber hinaus Obst, Knabberzeug und Getränke an. Am zweiten Tag hatten wir uns mit der Spot-Tour durch Friedrichshain und Lichtenberg viel vorgenommen, trafen uns bereits um 12h an der Skatehalle auf dem RAW-Gelände und mussten dann aber leider feststellen, dass sich zwei verschiedene Uhrzeiten als Startzeit innerhalb einer Woche nicht gut kommuniziert hatten. Eine einzige Teilnehmende kam zur Skate-Halle, alle anderen Teilnehmenden stießen erst zur gewohnten Zeit um 14h dazu. So waren wir letztlich mit fast zwanzig Mädchen aus drei verschiedenen Stadtteilen am Skatepark am Nöldnerplatz und entschlossen uns, bei den heißen Temperaturen auch dort zu bleiben.

Am Montag wieder zurück im Mellowpark hatten wir wieder über zwanzig Teilnehmende und waren kurzzeitig überfordert, in dem großen Mellowpark alle Mädchen im Blick zu behalten. Der Zulauf war weitaus größer war als wir in unseren kühnsten Träumen bei der Planung erhofft hatten.

Das Sprühen des eigenen Namens auf eine Wand in der eigenen Sprache wurde zum Kennenlernen sehr positiv aufgenommen. So wurden die teilweise auf allen Seiten ungewohnten Namen plastischer und greifbarer. Die arabischsprachigen Mädchen begannen, die deutschen Namen in arabischer Schrift zu schreiben, was bei allen helle Begeisterung auslöste.

Skateboard-Workshops im August 2016

Im August trafen wir uns erneut mit Mädchen aus der NUK Ruschestraße zu einem Skateworkshop in Lichtenberg, um an die Woche im Mellowpark anzuschließen und mit den Mädchen in Kontakt zu bleiben. Einige der Mädchen hatten sich als sehr skatebegeistert und –begabt herausgestellt und waren froh, wieder mit unserer Trainer*in zusammen skaten zu können und sich weiter zu entwickeln.

Sommerferien 2016 - HipHop-Workshops in wechselnden Jugendclubs & Mädchentreffs

In der zweiten Augustwoche starteten wir mit unseren HipHop-Workshops. Der erste Workshop fand im InVia-Mädchentreff in Karlshorst statt. Auf Grund der dortigen Räumlichkeiten und der Wünsche der Mädchen, die dort den Mädchentreff regelmäßig besuchten, starteten wir mit einem Breakdance-Workshop. Am nächsten Tag waren wir mit unserem HipHop-Workshop im Mädchentreff Tivolotte in Pankow. Donnerstag trafen wir die Mädchen aus der Schilleria und Mädchen aus dem Hella-Klub im Hellersdorfer Hella-Klub zusammen zum Rap-Workshop. Es stellte sich als sehr positiv heraus, hier mit einer Arabisch-Übersetzung arbeiten zu können, da so ein kleiner gemeinsamer Rap-Text aus drei verschiedenen Sprachen entstehen konnte. Freitag im Statthaus Böcklerpark verlief der Workshop traumhaft. Durch Streetart-Bilder mit arabischer Streetart und Hijab-tragenden Frauenstencils (Sprühschablonen) entstand ein Gespräch mit allen Teilnehmenden (mit und ohne Fluchterfahrung / mit und ohne muslimischen Glaubens) über Religion, Verschleierung und die Angst vor dem IS. Es war ein sehr fruchtbares Gespräch und es wurden spannenderweise viele Gemeinsamkeiten der Teilnehmenden miteinander entdeckt. Alle waren sich darin einig, dass sie eine Vollverschleierung bis zur Burka angsteinflößend finden – die Einen, weil sie es klar mit dem IS verbanden, die Anderen, da sie Diskussionen rund ums Burkaverbot gehört hatten und sie die Burka als Symbol für religiösen Extremismus begriffen. Schön war auch ein Kommentar einer Teilnehmer*in zum Unterschied zwischen Putsch und Revolution. Sie sagte „Revolution macht das Volk, Putsch das Militär“. Dass den Kriegen in arabischen Ländern Revolutionen voraus gegangen sind, wussten die Mädchen beispielsweise aus der Schilleria nicht, der Putsch in der Türkei hat sie aber beschäftigt. Im praktischen Teil konnten die Teilnehmenden Schablonen gestalten, ausschneiden und dann auf Taschen sprühen, die sie mit nach Hause nehmen konnten. Samstag trafen wir uns in der Schilleria in Neukölln zum Streetart-Graffiti-Workshop und gestalteten sogar ein Wandplakat, das bis heute den Eingang der Schilleria ziert.

Berliner Herbstferien 2016 – HipHop-Workshops 2. Runde

Der DJ*-Workshop in der Schilleria in Neukölln war wuselig und laut, aber es gab einige sehr DJ-begeisterte Mädchen, die sich gern an den Turntables probierten und es an einem Nachmittag sogar schafften, ein paar Babyscratches und erste sanfte Übergänge zwischen Songs zu bauen. Am Skateboard-Workshop am Statthaus Böcklerpark nahmen Mädchen aus Hellersdorf, Neukölln und Lichtenberg teil. Der Workshop zu Graffiti & Streetart im Jugendclub Manege war besonders erfolgreich, denn erstmalig nahmen auch Mädchen aus der nahegelegenen Notunterkunft in der Karl-Marx-Straße an dem Workshop teil. In der kommenden Woche starteten wir im InVia Mädchentreff in Karlshorst in unseren HipHop-Dance-Workshop. Beim Rap-Workshop in der Tivolotte texteten Mädchen aus der NUK Ruschestraße gemeinsam mit Mädchen aus der Tivolotte und dem Mädchenclub Schilleria. Beim Streetart/Graffiti-Workshop im Hellersdorfer Hella Klub waren es vor allen Dingen Mädchen aus der Notunterkunft Ruschestraße sowie aus dem Hella Klub selbst, die teilnahmen.

Winterferien 2017 – HipHop-Camp im Jugendclub Feuerwache, Friedrichshain

Das Winterferien-Camp mit Rap-, DJ-, Breakdance- und Streetart-Workshops fand an einem zentralen Ort statt, dem Jugendclub Feuerwache in Friedrichshain, der sich als sehr gut erreichbar für die Mädchen aus den unterschiedlichen Stadtteilen gezeigt hatte. Wir begannen jeden Tag mit einem gemeinsamen Frühstück. Dann begannen wir täglich mit einer gemeinsamen Runde, entweder um nochmal aufzugreifen, was am Vortag gelaufen war bzw. um die neuen Teilnehmenden mit in die Gruppe einzubringen. Am ersten Tag begannen wir mit einer ausführlichen Kennenlernrunde und dem Malen eines Plakats „Das sind wir“. Dank Arabisch- und Farsi-Übersetzung konnten wir am ersten Tag alle 28 erschienenen Mädchen gut zusammenbringen und das Programm des Tages gut vermitteln. Es war auf jeden Fall wild und wuselig, machte aber allen – inklusive unseres Teams – sehr viel Spaß. Alle freuten sich auch über das gemeinsam gekochte Mittagessen, bei dessen Erstellung jeweils zwei bis drei Mädchen in der Küche halfen. Die Mädchen verteilten sich nach der Kennenlern- und Begrüßungsrunde auf die einzelnen Workshops. Wir hatten alle vier HipHop-Elemente Graffiti/Streetart, Breakdance, DJing und Rap vertreten. Bereits am Mittwoch schlossen sich die Rapper*innen und DJ*s zusammen und zeigten uns am Ende des Tages geschriebene Texte. Den Beat dazu lieferten Teilnehmende des DJ*-Workshops. Es entstanden in der Woche mehrere Texte von Mädchen aus Hellersdorf sowie zwei Texte von Mädchen aus Afghanistan, auf Farsi und auf Deutsch. Donnerstag verbrachten wir mit einem Spaziergang zum Cassiopeia Berlin, um dort schon einmal die Bühne zu testen, die wir am 8. April 2017 für unser Abschluss-Event nutzen werden. Im Cassiopeia konnten die Mädchen, die am DJ-Workshop teilgenommen hatten auf der Bühne auflegen und die Musik abspielen für die Rapper*innen. Insgesamt klappte das Zusammenbringen sehr unterschiedlicher Mädchen mit sehr unterschiedlichen Hintergründen viel besser als wir jemals vermutet hätten. Es entstanden sehr interessante Gespräche. Die interkulturelle Verständigung funktionierte über die Themen HipHop und Skateboarding mit dem geschützten Rahmen der Mädchen-Workshops und –Räume noch viel besser als gehofft.

März 2017 – HipHop-Workshops und Vorbereitung Abschlussfestival

Im Anschluss an unsere Winterferien-Woche trafen wir uns das erste Mal wieder mit den Mädchen zum Graffiti/Streetart-Workshop im Hella Klub in Hellersdorf. Die Teilnehmenden hatten sich bereits in der Winterferienwoche überlegt, dass sie gern die Flyer und Plakate für das Abschlussfestival selbst gestalten würden, deshalb verabredeten wir uns im Hella Klub, um dort die Flyer zu entwerfen und zu zeichnen und um dort Stencils mit „Spot on, girls“ zu entwerfen. Wir nutzten den ganzen Samstag im Hella Klub. Es waren fast alle Mädchen, die an der Winterferien-Woche teilgenommen hatten wieder dabei. Die Logistik der Anreise war etwas komplex, da wir Mädchen aus verschiedenen Unterkünften und Mädchentreffs in Neukölln, Tempelhof Lichtenberg und Hellersdorf zusammenbringen mussten und sie erst an verschiedenen Treffpunkten einsammelten, um gemeinsam zum Hella Klub zu fahren.  Die Flyer wurden wunderschön. Wir konnten uns gar nicht entscheiden, welcher Flyer letztendlich für die Einladung genutzt werden sollten und entschlossen uns dazu, alle Flyer zu vervielfältigen. So gab es einen Flyer auf Farsi, einen auf Arabisch und insgesamt vier verschiedene Flyer auf Deutsch.

 

8. April 2017 – Abschlussfestival

Wir öffneten um 11:00h die Türen für eine große Gruppe sehr aufgeregter Mädchen. Es kamen nicht nur die Teilnehmenden der Winterferien-Woche zum Workshop. Sie brachten noch ein paar Freund*innen mit, so dass wir bereits am Morgen zum gemeinsamen Frühstück mit über zwanzig Mädchen in den Tag starteten. Wir gestalteten und bemalten gemeinsam Basecaps / Mützen mit Streetart und Graffiti.

Zwei Mädchen hatten sich bereit erklärt, die Moderation des Tages zu übernehmen, zwei weitere Mädchen wollten gern kellnern und die Besucher*innen nach ihren Getränkewünschen fragen, ein paar andere wollten unbedingt die Einlass-Situation übernehmen. Wir hatten eine Teamerin eingeladen, die mit den Mädchen einen Workshop zu Einlass und Sicherheit machte. Es ging vor allen Dingen darum, wie Gäste freundlich begrüßt werden können, wie man erkennen kann, wer die Party besser nicht betreten sollte und wie man im Konfliktfall deeskalierend eingreifen könnte. Der Workshop wurde sehr gut angenommen, mehr als die Hälfte der Teilnehmenden nahmen am Workshop teil. Die andere Hälfte probte erneut den Ablauf, übte Auflegen, Rappen und Tanzen. Die Mädchen, die am Workshop teilnahmen, übernahmen zum Fest die Türkontrollen und Einlassgespräche. Pünktlich um 16h öffneten wir die Türen und begrüßten Eltern, Familien und Freund*innen der Mädchen sowie viele Besucher*innen, die wir vom Projekt eingeladen hatten. Zwei Teilnehmenden begannen die Party mit DJing, unsere Teamerin musste nur noch kontrollierend dabeistehen, da die beiden Mädchen sehr souverän auflegten. Die Mädchen begannen das Konzert mit drei verschiedenen Texten der Teilnehmenden und einem Coversong. Dann kam die Tanzaufführung der gemeinsam erarbeiteten Choreografie. Anschließend wurde die Bühne frei gemacht für die Auftritte von YANSN, PYRANJA und FRESHFLUKE. Den Abschluss der Party bildete ein gemeinsam gesungener Song mit allen Mädchen auf der Bühne. Nachdem es am Morgen noch so kurzzeitig aussah als würden sich die Teilnehmenden gar nicht auf die Bühne trauen oder vor Scham nichts aufführen, begannen sie sehr souverän mit ihren Auftritten und glänzten mit Erfolg. Niemand aus unserem Team hätte im Vorfeld zu hoffen gewagt, dass es so ablaufen würde.

Wir danken noch einmal ganz herzlich dem Projektfonds Kulturelle Bildung / Kubinaut für die Förderung!

 


 

Das neue Projekt von Springstoff und cultures interactive e.V.

Sowohl auf HipHop-Bühnen als auch im Skatepark sind Mädchen* und Frauen* völlig unterpräsentiert, dabei zeigen sich beide Jugendkulturen als weltoffen und tolerant. Häufig fehlt es an ersten Möglichkeiten, sich in geschützten Räumen auszuprobieren, um auch an gewöhnlichen Orten mitzuwirbeln. Gleichzeitig zeigen Projekte wie das Female Focus Festival, skateistan oder say hello with Skateboarding, welch wichtige Funktion kultureller Output und selbstbestimmte Repräsentation in der jugendlichen Entwicklung für junge Mädchen* und Frauen* darstellen: Ob auf der Bühne mit Mikrofon oder hinter den Plattentellern, beim Tanz, in der urbanen Kunstform Graffiti/Streetart oder beim selbstbestimmten Sport des Skateboardings.

Cultures interactive, der Verein zur interkulturellen Bildung und Gewaltprävention und das Berliner Musiklabel Springstoff veranstalten deshalb das Projekt SPOT ON, GIRLS!

Spot on, girls ist ein Projekt, das vom Projektfonds Kulturelle Bildung gefördert wird und mit geflüchteten und nicht-geflüchteten Berliner*innen in verschiedenen Berliner Bezirken zu HipHop & Skateboarding arbeitet. Spot on, girls! startet am 15. Mai 16 und geht bis Mai 2017.

Rund um den internationalen All Female Skateboard Contest Suck My Trucks im Juli in der Skatehalle Berlin findet deshalb eine Skateboard-Workshop-Woche für Mädchen* und Frauen* im Mellowpark in Treptow-Köpenick statt. Zum Programm gehört u.a. der gemeinsame Besuch des Contests und die Mitwirkung an dessen Programm für interessierte Mädchen, um dort potentielle Rolemodels live erleben zu können. Teil des Contests ist eine Ausstellung über wichtige Frauen im Skateboarden in Berlin und weltweit aber auch eine Ausstellung zum Thema Sexismus im Skateboarden. Im Vorfeld der Skateboard-Woche werden 2-3 verschiedene Workshops an NUKs und Jugendzentren stattfinden, um die Woche vorzubereiten und Teilnehmer*innen kennenzulernen.

In den Sommerferien werden in verschiedenen Bezirken erste HipHop-Workshops stattfinden: Breakdance, Rap, Graffiti & DJing. Die WS finden in JuZ und NUKs statt, immer mit dem Ziel eine Begegnung zwischen Alt- und Neu-Berliner*innen zu schaffen.

Im September 2016 werden wir eine jugendkulturelle Stadtrallye durchführen, um Jugendkulturen im urbanen Raum sichtbar zu machen. Die Stadtrallyes sollen einerseits den Teilnehmenden die Möglichkeit geben, ihre Lieblingsorte in der Stadt zu zeigen, auch Meideorte oder Orte, die sie gern besuchen würden. Zudem möchten wir den Teilnehmenden zum einen wichtige Orte zeigen, wo sich Jugendkulturen schon verstetigt haben wie dem SO36 oder dem Cassiopeia, aber auch neue Räume aufzeigen, die sich gerade erst als solche etablieren. Damit möchten wir Perspektiven für Partizipation aufzeigen und die Jugendlichen ermuntern, Ideen zu entwickeln, sich zu beteiligen. Die involvierten jugendkulturellen Stätten vernetzen sich für ein langfristiges Engagement für Mädchenempowerment und Spot on, girls – kulturelle Begegnungsformate.

Je nach Wunsch der Teilnehmenden werden bis zu den Weihnachtsferien unterschiedliche WS in ihren Bezirken stattfinden. Dazu werden die Mädchen* und jungen Frauen* gefragt, worauf sie Lust haben und das Programm wird darauf abgestimmt.

Die Winterferien werden genutzt für eine Workshop-Woche zum Thema HipHop. Darüber hinaus finden im Vorfeld und zur Nachbereitung aller Workshop-Wochen Workshops in Jugendzentren und Jugendfreizeiteinrichtungen sowie NUKs statt, die zudem das gemeinsame Abschluss-Event am Ende der Projektlaufzeit vorbereiten.

Das Abschluss-Festival findet im Berliner Club Cassiopeia statt. Der Club ist ein renommierter und viel besuchter subkultureller Ort, der besonders für HipHop-Konzerte und Events bekannt ist. Dort haben die jungen Frauen* die Gelegenheit ihre erlernten Fähigkeiten für ein ausgewähltes Publikum zu präsentieren und zu üben, wie es sich anfühlt, auf einer großen Bühne zu stehen. Sie haben auch die Möglichkeit eigene Workshops anzuleiten und somit selbst zu Multiplikator*innen für ihr jugendkulturelles Interesse zu werden. Dieses Wochenende dient dem gemeinsamen Abschlusses des Projektes, dem Vernetzen und Austauschen.

Gekrönt wird das Festival mit einem Brunch und der Vernissage einer Fotoausstellung mit Präsentation des Projekt-Films, in denen wichtige Meilensteine des Projekts gezeigt werden. Dazu sind Freund*innen und Familie gleichermaßen eingeladen, um in diesem informellen Setting über ihre Erfahrungen und Erlebnisse zu berichten und zu reflektieren.

Wir sagen REFUGEES WELCOME & Spot on, girls!