Silke Baer

Jg. 1968, hat Publizistik und Kommunikationswissenschaften an der FU Berlin (MA) und Dipl. Sozialpädagogin an der Alice von Salomon Fachhochschule studiert. An der University of Ulster, Nordirland, hat sie den Masterabschluss "Humanities Combined" mit Schwerpunkt Gender und Conflict Studies gemacht. Sie ist pädagogisch-wissenschaftliche Leiterin von "cultures interactive e.V. - Verein zur interkulturellen Bildung und Gewaltprävention".

Seit 2002 ist sie in der Rechtsextremismus- und Gewaltprävention tätig. Um Jugendliche aus allen Milieus zu erreichen, entwickelte sie den jugendkulturellen Ansatz in der politischen Bildungsarbeit. Mit Jugendrelevanten Themen wie etwa der Geschichte von HipHop oder Punk/Emo, beginnen die Jugendlichen fremdenfeindliche, rassistische, sexistische und gewaltbefürwortende Meinungen zu hinterfragen und lernen im moderierten Peer-Learning-Verfahren alternative Haltungen kennen. In Workshops, bei denen DJs, Slam Poeten, SkatboarderInnen, BreakdancerInnen und Comic-KünstlerInnen ihr Können weitervermitteln, werden Haltungen der gegenseitigen Anerkennung, des respektvollen und fairen Umgangs eingeübt. Mit der Vereinsgründung von Cultures Interactive e. V. in 2005 konnte dieser Ansatz professionalisiert und erfolgreich auf verschiedene Zielgruppen, Regionen und Aktionsformen übertragen werden.

Neben der Projektleitung arbeitet sie als Referentin in der Jugend- und Erwachsenenbildung zu zeitgemäßen Strategien in der Jugend- und Präventionsarbeit und als (Fach-)Journalistin. Für den Verein Violence Prevention Network e.V. hat sie 2007 im Rahmen des EQUAL-Projekts MEMBER zum Thema "Medienkompetenz und Rechtsextremismus" eine Handreichung und ein Curriculum zur Qualifizierung von Lehrer(innen) erstellt. 2002 bis 2006 hat sie das vom entimon-Programm des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Bundeszentrale für politische Bildung geförderte Projekt "Culture on the Road" fachlich geleitet. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist der Genderaspekt in Jugendkulturen; dazu hat sie das Modul "GirlPower" für die Arbeit mit Mädchen (aber auch Jungen) entwickelt. Daraus sind spannende Diskussionen zum Geschlechterverhältnis von jungen Menschen entstanden und mündeten in der Idee zu einer Tagung zum Thema Mädchen in Jugendkulturen (Tagungstitel: "Unbeschreiblich weiblich", Weimar, 2007).

Von 2000 bis 2007 war sie in der Projektorganisation und Öffentlichkeitsarbeit in der Akademie der Künste in der Abteilung Film und Medienkunst tätig und arbeitete als Erziehungsberaterin in einer Neuköllner interkulturellen Mutter-Kind-Gruppe.