Internationale Vernetzung

Für die Prävention von Rechtsextremismus, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sowie von religiös auftretenden und anderen Formen des gewaltförmigen Extremismus ist die europäische und globale Zusammenarbeit von kaum zu überschätzender Bedeutung. Zum einen sind die Anhänger*innen der einschlägigen Gruppierungen – und gerade auch des Rechtsextremismus – international sehr eng miteinander verbunden und auch ökonomisch vernetzt. Zum anderen stehen die Feld-Praktiker*innen und Mentor*innen der Prävention, Distanzierung und Ausstiegsbegleitung in den verschiedenen Ländern vor sehr ähnlichen methodischen und auch politischen Herausforderungen – und können sich deshalb gegenseitig stark unterstützen. So war es stets eine beeindruckende Erfahrung, wie sehr die Kolleg*innen den europäischen Erfahrungsaustausch zu schätzen wussten. Dies lag zunächst an der Reichhaltigkeit der Methoden, Ansätze und Kontextvariante, über die man sich verständigen konnte. Aber auch die Befreiung von nationalen Konkurrenzen und Vorbehalten – sowie die Aufhebung der relativ großen Isoliertheit und der mitunter massiven politischen Bedrängnisse, unter denen die Kolleg*innen im nationalen Bereich manchmal zu leiden haben – wurde als überaus aktivierend empfunden.

Cultures Interactive (CI) engagiert sich deshalb seit vielen Jahren in internationalen Initiativen und Netzwerken zur Prävention von Menschenfeindlichkeit und gewaltförmigem Extremismus – und berät heute europäische Regierungen. CIs Harald Weilnböck hat ab 2011 ehrenamtlich das Radicalisation Awareness Network (RAN) mit begründet, die RAN Derad AG gebildet und gleichzeitig das European Network of Deradicalisation (ENoD) aufgebaut. Impulsgebend hierfür war auch ein früheres Projekt in Nordirland. CIs Silke Baer arbeitet seit vielen Jahren mit der OSZE zusammen.

Von Anfang an haben Harald Weilnböck/ CI andere deutsche NGOs darin unterstützt, mit diesen Netzwerken in Kontakt zu kommen. Heute arbeitet CI regelmäßig mit RAN, der OSZE, dem European Forum for Urban Security (Efus), dem Global Counter Terrorism Forum (GCTF), dem European Network of Terrorism Experts (EENeT), dem US State Department u.a. zusammen. EU-Projekte aus dem Innen- und Forschungsresort ermöglichten die Arbeit. Derzeit entwickelt CI einen Schwerpunkt zur Rechtsextremismus-Prävention in Osteuropa, weil diese zuletzt in den so genannten „counter violent extremism“ Initiativen der EU eher in den Hintergrund zu geraten schien.