Strukturentwicklung

Jugendkulturelle Bildung zur Stärkung menschenrechtlicher Haltungen und demokratischer Teilhabe. Prävention und Bearbeitung von Rechtsextremismus, Rassismus und GMF im Strukturfeld Jugendarbeit und Jugendhilfe.

cultures interactive (CI) ist ein bundesweit und international tätiger Fachträger zu Jugendkulturen in der Prävention von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus. CI-Mitarbeiter*innen arbeiten seit 2001 in der Konzeption, Durchführung und Evaluation von Modellprojekten. Als interdisziplinäres Team aus unterschiedlichen Jugendkulturfeldern, Sozialarbeit/-Pädagogik, Mediation, Supervision, psychologisch fundierter Gruppenarbeit, Kulturwissenschaften und politischer Bildung geben sie ihre Expertise in der direkten Arbeit mit Jugendlichen, bei Projekttagen und Intensiv-Trainings, bei Fachkräfte-Fortbildungen sowie bei der Erarbeitung von Handlungskonzepten und pädagogischen Materialien, weiter. CI berät national wie international  Ministerien, Netzwerke, Kommunen, Institutionen und Verbände, insbesondere der Jugendarbeit und Jugendhilfe.

Seit 2015 wird CI im Rahmen der Förderung zur Strukturentwicklung im Bundesprogramm
“Demokratie leben!” des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Zivilgesellschaftliche Jugendkulturarbeit als Baustein der primären und sekundären Prävention

Mit dem Ansatz der zivilgesellschaftlichen Jugendkulturarbeit hat CI einen effektiven Zugang für die Arbeit mit Jugendlichen entwickelt. Auf diese Weise ist es möglich Heranwachsende aus verschiedenen Milieus zu erreichen und demokratische Teilhabe und menschenrechtlich geprägte Haltungen zu stärken. Nahe an den Interessen der Jugendlichen lassen sich gesellschaftspolitische Themen wie Rassismus, Ausgrenzung, soziale Gerechtigkeit und Geschlechterrollen reflektieren. Das Selbstverständnis des „Do-it-yourself (DIY)“-Ansatzes fördert dabei Kreativität und Eigenengagement. Peer-Learning-Formate sowie das Credo das eigene jugendkulturelle Können an andere weiterzugeben sind zudem starke solidarische Ressourcen unter Jugendlichen, mit denen CI arbeitet.

Um gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und auch religiös begründeter Radikalisierung jugendgerecht begegnen zu können, baut CI deutschlandweit regionale Verbünde einer menschenrechtsorientierten Jugendkulturarbeit in Kooperation mit lokalen Akteuren auf.

Dazu:

  • vermitteln CI-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Methoden und Formate des zivilgesellschaftlichen Jugendkulturansatzes in Train-the-Trainer-Qualifizierungen,

  • begleitet und berät CI bundesweit Akteure im Strukturfeld Jugendarbeit und Jugendhilfe,

  • bieten CI-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Fortbildungen für (sozial-)pädagogische Fachkräfte in Jugendeinrichtungen, Schulen, Kommunen und Hochschulen an,

  • entwickelt, erprobt und evaluiert CI neue Methoden und Formate,

  • setzt CI bundesweit Impulse durch Jugendkulturworkshops, Feriencamps und Projekttagen zum Abbau von Vorurteilen, zur Stärkung demokratischer Strukturen in der Jugendarbeit, zum Empowerment von benachteiligten jungen Menschen sowie zu Themen wie Inklusion, Gender, Flucht und Migration.

Qualifizierung und Begleitung von Teamerinnen und Teamern

Zur Verbreitung bundesweiter Angebote der zivilgesellschaftlichen Jugendkulturarbeit werden geeignete Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in „CI-Train-the-Trainer“-Qualifizierungen weitergebildet und fachlich begleitet. Dazu werden fortwährend Methodenmanuals weiterentwickelt und bereitgestellt. Um regional einsetzbare Teams in Deutschland weiter zu etablieren, kooperiert CI mit Jugendverbänden und Initiativen in verschiedenen Bundesländern und unterstützt diese, neue Angebote zur Demokratiestärkung und menschenrechtlichen Bildung für ihre Zielgruppen in den jeweiligen Strukturen zu verankern.

Beratung und Fortbildung von Fachkräften der Jugendarbeit und Jugendhilfe

CI bietet für Institutionen der offenen und aufsuchenden Jugendarbeit, Jugendhilfeeinrichtungen und Jugendverbänden individuelle Beratungen und bringt seine Expertise zu Potentialen der menschenrechtsorientierten Jugendkulturarbeit, zu Phänomenen der Gruppenbezogenen Menschfeindlichkeit, zu Rechtsextremismus, Radikalisierungsprozessen und Präventionsansätzen in Fachrunden und Konferenzen ein.

In verschiedenen Fortbildungsangeboten - von eintägigen bis zu modularen Qualifizierungsreihen – werden die Kompetenzen von Fachkräften der Jugend- und Sozialarbeit, Studierenden, sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Schule, Kita, Polizei und Verwaltung gestärkt. Sie werden von CI-Fachleuten durchgeführt, die zum Teil seit 2001 im Handlungsfeld tätig sind und aus den Bereichen Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Mediation, Supervision, Gruppentherapie, unterschiedlichen Jugendkulturfeldern und politischer Bildung kommen.

Weiterentwicklung und Transfer von Angeboten der Präventionsarbeit

CI setzt sich für die Entwicklung und Schaffung von neuen Angeboten der Präventionsarbeit ein. Durch die Zusammenarbeit mit anderen Fachträgern werden Methoden und pädagogische Zugänge weiterentwickelt und in internen sowie externen Fortbildungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren vermittelt. Dadurch werden deutschlandweit Teamerinnen und Teamer trägerübergreifend zu Themen geschult mit denen Jugendkulturarbeit aktuell konfrontiert ist: rassistische Bewegungen aus dem bürgerlichen Milieu im Schulterschluss mit Rechtsextremen, Arbeit mit Geflüchteten, Islamophobie und militant islamistische Strömungen etc.

Neben eigenen Ansätzen werden auch erfolgversprechende Zugänge von internationalen Projektpartnern für die Jugend- und Gemeinwesenarbeit in Deutschland eingebracht. Die CI-Präventionsansätze werden zudem in andere Länder transferiert.

Best-Practise- Jugendkulturworkshops

CI-Mitarbeiter*innen setzen Angebote für Heranwachsende u.a. in Jugendklubs, stationären Jugendhilfeeinrichtungen, Schulen, Flüchtlingsunterkünften und bei Festivals um. Eine lebensweltlich orientierte politische Bildung wird dabei mit Jugendkulturworkshops verbunden (u.a. Breakdance, Comic, Musikproduktion, Gitarren/Band-Workshop, Fotografie-/Radio-/Video-Produktion, Rap, Skateboarding, Parkour, Upcycling).

Mit der Durchführung von beispielhaften Maßnahmen der Jugendkulturarbeit zur Bearbeitung von aktuellen gesellschaftspolitischen Themen unterstützt CI die regionale Jugendarbeit und setzt wichtige Impulse in verschiedenen Regionen und von den initiierten Prozessen profitieren lokale Akteur*innen der Jugendarbeit nachhaltig. Partizipative Angebote für Jugendliche und deren Erwachsenenumfeld umfassen Workshops, Projekttage, Open Spaces, Zukunftswerkstätten, Peer-to-Peer-Trainings, Sozialraumbegehungen, Situationseinschätzungen in Bezug auf menschenverachtende Haltungen und Gewalt, sowie Ressourcenanalysen für das jeweilige Umfeld.

Bundesweite und internationale Vernetzung

CI ist in (inter-)nationalen Netzwerken und Gremien vertreten und setzt sich für eine verantwortungsvolle Präventions- und Distanzierungsarbeit, für jugendgerechte Zugänge, für eine Sensibilisierung zu Gefährdungslagen durch verschiedene Phänomene, für die Berücksichtigung von Genderaspekten im Themenfeld ein.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehören zum Experten-Gremium des EU-Radicalisation Awarness Network Center of Excellence. Mit www.womex.org hat CI eine internationale Vernetzungsplattform genderreflektierter Präventions- und Distanzierungsarbeit aufgebaut.

2012 hat CI die Bundesarbeitsgemeinschaft Jugendkulturelle Bildung (BGJB) initiiert. Sie wird weiterentwickelt mit dem Ziel die Präventions- und Bildungspotentiale der menschenrechtsorientierten Jugendkulturarbeit zu verbreiten und qualitativ abzusichern. CI veranstaltet Konferenzen und Trägertreffen, um aktuelle Fachdebatten zum Thema Jugendkulturen und Präventionsarbeit anzuregen.

Projektlaufzeit

1.1.2015 – 31.12.19

 

Förderer