Politische Bildung
|
Politisches Bewusstsein im Alltag (für Ju- gendliche und Erwachsene) Ziel unserer politischen Bildung für Jugend- liche ist es, Erscheinungsweisen und Tat- sachen des landläufigen Rechtsextremis- mus aufzuzeigen und zu diskutieren. Dazu werden zum Beispiel rechtsextreme Stil- merkmale in Kleidung, Musik und Symbolik dargelegt und analysiert. Die Jugendlichen können ihre persönlichen Erfahrungen und Kenntnisse mit unseren Referent/innen austauschen. Dabei werden gesellschaft- liche Hintergründe beleuchtet, die Macht- und Disziplinierungsstrukturen des rechts- extremistischen Milieus erläutert und deren Argumentationsweisen und Vorurteile den harten Fakten und Zahlen gegenüber ge- stellt. Es werden die gesellschaftspoliti- schen Realitäten deutlich: Wie hoch ist der Ausländeranteil bundes- und landesweit? Welche ‚Ausländer/innen’ gibt es über- haupt? Wie ist die Situation von Migrant/in- nen oder AsylbewerberInnen wirklich? Wie ist hoch die Arbeitslosenquote? Desweiteren werden politische Grund- begriffe und praktische Handlungsfä- higkeiten im Alltag vermittelt: Was ist denn eigentlich Rechtsextremismus? Was be- deutet politisches und kulturelles Engage- ment? Wieso sind Jugendkulturen poli- tisch? Zivilcourage bedarf – neben dem nötigen Mut – auch überlegtes Handeln. Ein aktives Engagement gegen Gewalt, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit verlangt ein stabiles, gekonntes und gut eingeübtes Argumenta- tionsverhalten. Ein Ziel ist es, einen Austausch von Le- benserfahrungen zu gewährleisten, der von Szenevertreter/innen und Jugendkul- turexpert/innen moderiert und gestaltet wird. Rollen- und Bilderspiele sowie orts- bezogene Quizes ergänzen die Gruppen- arbeit. Peer-to-peer-Ansätze bieten dazu methodische Anleihen. Gleichaltrige und Szeneangehörige stellen einen wichtigen Verbindungspunkt da. Dort, wo „Erwach- sene“ – ohne den Szene-Hintergrund – ausgetestet, bzw. Misstrauen ernten oder von Gesprächen ausgeschlossen werden, fungieren Jugendkultur-Expert/innen und Szene-Vertreter/innen als „Buddies“, als Vertraute, die in manchen Fällen ähnlichen Lebenskontexten entstammen und lebens- geschichtlich wie jugendkulturell eine große Nähe zu den Jugendlichen haben. Unsere Jugendkulturexpert/innen sind Insider der Szenen und deutlich treffsicherer in Bezug auf Bedeutung und Relevanz einzelner Themen. |
Was soll bei den Jugendlichen erreicht werden?
Erwachsenenbildung: Wir bieten neben der Arbeit mit Jugendli- chen auch Seminare für Erwachsene an (siehe auch Fortbildung). Dazu eingeladen sind Eltern und Lehrer/ innen sowie Pädagog/innen aus regionalen Initiativen, die sich über Formen und Hin- tergründe des Rechtsextremismus und der Gewaltbereitschaft, über Möglichkeiten der Prävention dessen sowie über jugendkul- turelle Zusammenhänge informieren möch- ten: Was zum Beispiel bedeuten bestimmte Symbole, die von Jugendlichen benutzt werden? Welche Musikbands sind kritisch zu beleuchten und einzuschätzen? Welche Hintergründe haben die einzelnen (Ju- gend-) Szenen? Wie kann man effektive Integrations- und Verständigungsarbeit leisten? Konstruktive Wege zur Vorbeugung und Verhinderung von Gewalt und Intoleranz lassen sich im Gespräch und Erfahrungs- austausch aufzeigen. Häufig haben unsere Referent/innen vor der Erwachsenenbil- dung mit den ortsansässigen Jugendlichen gearbeitet und können so ihre unmittel- baren Eindrücke über deren Verhältnis zu (Rechts-) Extremismus und Gewaltbereit- schaft in das Gespräch mit den Pädagog/ innen einbringen. Dies kann wichtige ver- mittelnde Funktionen haben für die weiter- gehende Arbeit der Lehrer/innen und Pä- dagog/innen vor Ort. |










